Presseberichte


Schneller als der Notarzt

(Wincheringen-Söst) Wenn Minuten über Leben und Tod entscheiden, ist die Truppe von First Responder (FRP) gefragt. Sie leben an der Obermosel und sind deshalb in der näheren Umgebung schneller beim Patienten als der Rettungswagen, der von Saarburg oder Konz kommen muss. Seit 2004 wurden in 810 Einsätzen rund 1000 Patienten versorgt.

Wincheringen-Söst/Nittel. First Responder (FRP) sind Ersthelfer vor Ort, die schneller beim Patienten sind als der Notarzt mit dem Rettungswagen. Seit zehn Jahren leisten Thomas Fischer, Ike Schuster und Toni Betzhold von Söst aus diese ehrenamtliche Arbeit an der Obermosel mit Schwerpunkt Wincheringen und Nittel. Die drei sind als Rettungsassistent und Krankenpfleger vom Fach, mit Berufserfahrung zwischen 15 und 22 Jahren.

"Ich hab’ da mal nachgerechnet. Es sind in dieser Zeit 810 Einsätze gewesen, bei denen rund 1000 Patienten versorgt wurden", rechnet Toni Betzhold vor. Leider habe man nicht alle retten können. "Mein schlimmster Einsatz war, als sich jemand vor den Zug geworfen hat", erinnert sich Ike. Für Thomas Fischer war es die Wiederbelebung einer Siebenjährigen, die aber leider später im Krankenhaus starb. "Bei Herzinfarkten oder Schlaganfallpatienten können wertvolle Minuten gewonnen werden, die über Leben und Tod entscheiden können", erklärt Toni, warum die Hilfe, die aus der Nähe kommt, so wertvoll ist

Quelle Volksfreund




First Responder Obermosel helfen Matthias Kohn / zum Dank gab es ein Benefiz-Straßenfest

fs | 06.08.2012
Mit einer Benefizveranstaltung am Onsdorfer Bürgerhaus bedankte sich Familie Kohn am gestrigen Sonntag bei den First Respondern Obermosel.

                           Foto: Robert Dörmer I photodesign

In diesem Sommer war der Sohn der Familie in Nittel in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden. Nach dem Notruf durch den Freund des Jungen alarmierte die Rettungsleitstelle in Trier den Rettungswagen aus Konz sowie den Rettungshubschrauber Air Rescue 3 aus Luxemburg. Parallel wurden die First Responder Obermosel alarmiert. Diese nahmen eine erste Untersuchung und erste medizinische Maßnahmen am Patienten vor. Unterstützt wurden sie dabei durch eine Notärztin des Trierer Brüderkrankenhauses, die zufällig an der Einsatzstelle vorbei kam.

Nach dem Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes wurde der kleine Matthias gemeinsam für den Transport vorbereitet und mit dem Rettungswagen aus Konz in eine Trierer Fachklinik gebracht.

Matthias war es ein Anliegen den orangenen Ersthelfern von der Obermosel persönlich Danke zu sagen und so organisierte er mit seiner Familie und Freunden das Straßenfest inklusive Kinderolympiade. Die Onsdorfer Bevölkerung unterstützte die Aktion mit zahlreichen Kuchenspenden und half bei der Gestaltung des Festes tatkräftig mit.

Die First Responder präsentierten an einem Infostand ihre Ausrüstung und klärten über ihr Aufgabenfeld innerhalb der Rettungskette auf. "Wir kommen als Bindeglied zwischen Ersthelfer und Rettungsdienst in die Rettungskette hinein. Wir unterstützen den Ersthelfer und nehmen ihm mit unserem Eintreffen seine schwere Verantwortung ab. Damit stärken wir das schwächste Glied der Rettungskette effektiv", erklärt First Responder Thomas Fischer aus Nittel anläßlich der Eröffnung der Benefizveranstaltung. 

Die First Responder Obermosel sind in Nittel und Wincheringen in einer Zufallsbereitschaft organisiert und unterstützen bei bestimmten Einsatzmeldungen ehrenamtlich die Arbeit der Ersthelfer bis der Rettungsdienst eintrifft. Ihr Einsatzgebiet umfaßt die Obermoselorte von Wellen bis Palzem, sowie einen Großteil der Orte auf dem Saargau und er Bundesstraße 419.

 


Ohne sie wäre Jan gestorben

Etwa 80 freiwillige Ersthelfer im Kreis Trier-Saarburg sind in ihrer Freizeit in Alarmbereitschaft, um bei Unfällen zusätzlich zum Notarzt auszurücken. Ihr Einsatz rettet Leben - wie das des kleinen Jan aus Riol.

Trier/Saarburg/Riol. Für den eineinhalb Jahre alten Jan wird sie beinahe eine tödliche Falle: die kleine Pfütze im Garten seiner Familie, nur 15 Zentimeter tief. Jan stürzt beim Spielen nach einem heftigen Regenguss in die Wasserlache, verliert das Bewusstsein und erleidet einen Herzstillstand. Mutter Melanie hastet herbei, zieht den Kleinen aus dem Wasser und alarmiert die Rettungsleitstelle in Trier unter der 112. Außerdem meldet sie sich bei ihrem Nachbarn Christian Scholtes. Der Rettungssanitäter ist in seiner dienstfreien Zeit als First Responder (siehe Extra) ehrenamtlich in Bereitschaft. Wenige Minuten nach dem Unfall trifft der 28-Jährige am Einsatzort ein.
Etwa 80 Ersthelfer gibt es im Kreis Trier-Saarburg, wie die Kreisverwaltung mitteilt. Die genaue Zahl ist kaum zu bestimmen, weil sie nicht zentral erfasst wird. Die First Responder haben einen Pieper, wie ihn auch die freiwilligen Feuerwehren benutzen. Im Notfall sendet die Leitstelle ein Signal an alle Pieper in einem Einsatzbezirk. Der Helfer, der sich als Erstes meldet, bekommt den Einsatzauftrag. Daher weiß auch die Leitstelle nicht genau, wo wie viele First Responder in Bereitschaft stehen.
Die meisten Helfer sind Mitglieder des Roten Kreuzes, der Malteser oder der Feuerwehr. First Responder gibt es vor allem in ländlichen Gebieten. Sie sind schneller an einem Unglücksort als der Notarzt, der aber stets zusätzlich zu den Ersthelfern ausrückt.
So läuft es auch beim Unfall in Riol: Christian Scholtes setzt bei dem kleinen Jan Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage ein. Wenig später kommen Notarzt und Rettungswagen hinzu. Nach 15 Minuten schlägt das Herz wieder. Notarzt Dr. Gerhard Block sagt: "Weil der Ersthelfer so schnell zur Stelle war, hat er einen gefährlichen Sauerstoffmangel verhindert. Sonst hätte es dauerhafte Gehirnschäden bei dem Jungen geben können." Das Kind wird nach zehn Tagen kerngesund aus der Klinik entlassen. "Besonders schön war, dass sich Mutter und Sohn später bei den Helfern bedankt haben", sagt Block.

 

Obermosel: 100 Einsätze 2011


An der Obermosel gibt es seit 2004 die ehrenamtlichen Helfer. Vier First Responder sind für die Verbandsgemeinden Konz und Saarburg zuständig. Drei von ihnen sind ausgebildete Rettungsassistenten, einer Rettungssanitäter. Etwa 100 Mal mussten sie 2011 ausrücken. Thomas Fischer, Ersthelfer aus Nittel, erinnert sich an einen Fall: "Ein Kind mit starker Erkältung wäre beinahe an Erbrochenem erstickt und war schon blau angelaufen. In so einem Fall zählt jede Minute." Der Retter war noch rechtzeitig zur Stelle.
Finanziert wird das System der First Responder an der Obermosel hauptsächlich von den Hilfsorganisationen. Mit Defibrillator (Elektroschocker), Einsatzkoffer und Schutzkleidung können mehr als 5000 Euro pro Helfer zusammenkommen. "Deswegen haben wir einen Verein zur Unterstützung der First Responder Obermosel gegründet", sagt Fischer (siehe Extra).
So haben die First Responder nach den Erfahrungen beim schweren Verkehrsunfall bei Schloss Thorn 2008 (der TV berichtete) vom Verein etwa neue Einsatzkoffer bekommen. Eine Erleichterung im Einsatz wünschen sich Fischer und sein Teamleiter Toni Betzhold: das Privileg, ein Blaulicht benutzen zu dürfen. "Wir sind nicht immer als Helfer zu erkennen", sagt Fischer. "Manchmal müssen wir bei Stau viele Hundert Meter mit schweren Gerät zu Fuß laufen."

Extra 1

First Responder (englisch: zuerst Antwortende) sind ausgebildete Ersthelfer. Die Freiwilligen leisten diesen Dienst normalerweise nur in ihrer Freizeit, sind also in einer Zufallsbereitschaft. Die Helfer sind meist Mitglieder des Roten Kreuzes, der Malteser und der Feuerwehren. Weitere Informationen zum Verein Schnelle adäquate Hilfe Obermosel, der die First Responder in den Verbandsgemeinden Saarburg und Konz unterstützt, gibt es auf www.frp-obermosel.de Infos zu den First Respondern in Trier finden sich auf http://www.malteser-irsch.de Die Helfer im Hochwald präsentieren sich auf http://www.first-responder-hochwald.dec  ju/thie

Extra 2

Relativ jung ist die Einsatzgruppe aus dem Hochwald, die 2010 zum ersten Mal ausrückte. Derzeit kümmern sich eine Frau und drei Männer um die Orte Lorscheid, Herl, Farschweiler, Thomm, Osburg und Riveris. 2012 mussten sie 26 Mal in den Einsatz. Die Bedeutung der Gruppe beschreibt Ersthelfer Hermann Longen so: "Wenn man bedenkt, dass man bei einem Kreislaufstillstand mit jeder Minute, die vergeht, auch zehn Prozent an Überlebenschance einbüßt, ist jede Sekunde Zeitvorsprung wichtig." Nicht einfach seien Notfälle mit Kindern oder Säuglingen. "Da die meisten aber selber Kinder haben, hilft die Erfahrung. Eine Hausgeburt Anfang 2012 gehörte zu den schönen Einsätzen." thie